Landwirtschaftsforum 2018: Agrarsektor Vorreiter in Sachen Digitalität


Der Landwirt von heute bzw. morgen muss innovative Ideen entwickeln und nicht an starren Fruchtfolgen festhalten. Denn, so sieht es Professor Klaus Josef Lutz (Vorstandsvorsitzender der BayWa AG) die zur Verfügung stehende Fläche werde immer weniger, während die Zahl derer steigt, die ein Landwirt mit seiner Arbeit zu ernähren hat.

Von Schnellschüssen, was Digitalisierung der Hofarbeit angeht rät der Jurist jedoch dringend ab. „Überlegen sie sich im Vorfeld genau, was Sinn macht, was sie erreichen möchten und was sie wirklich leisten können“, so Lutz. Richtig eingesetzt könnten bestimmte Maßnahmen dann eine Entlastung sein. Allerdings brauche sich die Agrarbranche hier ohnehin nicht verstecken. Agrar 4.0 bzw. Landwirtschaft 4.0 hat längst in die Betriebe Einzug gehalten. Speziell in der Landtechnik, wie man bei den Global Playern schon seit Jahren beobachten kann. Die Automobilbranche – so beschreibt es Prof. Lutz, hinke hier durchaus um einige Jahre hinterher. Dinge die in Traktoren seit Jahren Alltag sind seien im Bereich der Personenfahrzeuge teilweise noch in der Erprobungsphase.

Das der Agrarsektor eine Branche mit Zukunft sei, zeigte sich insbesondere auch daran, das Branchenfremde Unternehmen wie IKEA, Amazon oder Google kräftig in die Branche investieren und Unternehmen wie Whole Foods, Sioux Falls oder Farmer Business Network für gigantische Summen aufgekauft hätten. Aber auch im deutschen Einzelhandel gäbe es Wandlungsprozesse. Die Wertschöpfungskette im Bereich Landwirtschaft ist längst nicht mehr die Verbindung vom Hersteller zum Groß-, dann zum Einzelhändler und zum Endverbraucher. Vielmehr müssten Entwickler individuelle Kundenlösungen anbieten, die der Nutzer wünscht. Diese Digital-Farming-Lösungen seien ein Teil des Landwirts von heute. Und in Zukunft, Professor Lutz wies hier u.a. auf das BayWa-Projekt agro Innovation lab hin, werde sich einiges tun. Lutz geht hier u.a. von Drohnenüberwachte Feldern, Änderungen im Spritzverhalten und damit sich verändernde Fruchtfolgen in der Ackerbewirtschaftung aus.

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